Killswitch Engage

Reviews

Incarnate (2016)

Nach stolzen 17 Jahren bringen die amerikanischen Metalcore-Urgesteine Killswitch Engage ihr siebtes Studioalbum auf den Markt: „Incarnate“. Dabei handelt es sich mittlerweile um das zweite Album, das nach der Wiedervereinigung rund um Jesse Leach herausgebracht wurde. Eins sei schon mal vorweggenommen: „Incarnate“ nimmt deutlich melodischere Züge an als sein Vorgänger „Disarm the Descent“.
 
Mit „Alone I Stand“ schafft die Band den idealen Einstieg, da der Song charakteristisch von melodischen Clear-Passagen und harten Growls, die sich harmonisch abwechseln, geprägt ist. Trotz der ansehnlichen Zahl an Jahren, die Killswitch Engage inzwischen auf dem  Buckel hat und der ebenso erwähnenswerten Alben, die im Verlauf der Jahre entstanden sind, verlieren sie weder an Charme noch an Würze, sondern schaffen es ganz im Gegenteil ihrer Linie treu zu bleiben und verschiedene Elemente des Metalcores in eine Hand voll Songs zu stecken.

Killswitch Engage beweisen mit „Incarnate“ wiederholt, warum sie zu den Vorreitern des Metalcores zählen. Die Kreativität, die in den Songs steckt, zeigt sich in harmonischen Übergängen von Melodie und Härte, die auf einem durchwegs qualitativen Level in einschlägigen Kreisen zu begeistern wissen. Wagt man einen Blick über den Metalcore-Rand hinaus, dann hätte sich der ein oder andere möglicherweise etwas mehr Abwechslung gewünscht, da vereinzelte Passagen etwas sehr vorhersehbar sind. Das Album bewegt sich so gesehen in einer Grauzone, in der sich in den letzten Jahren auffällig viele Metalcore-Bands tummeln. Geschmälert wird der Anklang des Albums dadurch allerdings nicht, da „Incarnate“ sowohl technisch, musikalisch als auch inhaltlich saubere Arbeit ist und den Erfolg der Amerikaner rechtfertigt.

7 von 10 Punkten

Tracks:

  • Alone I Stand
  • Hate By Design
  • Cut Me Loose
  • Strength oft he Mind
  • Just Let Go
  • Embrace The Journey… Unpraised
  • Quiet Distress
  • Until The Day
  • It Falls On Me
  • The Great Deceit
  • We Carry On
  • Ascension

Text: Conny Pläsken